Schriftgröße:
normal gross extragross
Farbkontrast:
hell dunkel

Kulturwirtschaft

Zur Kultur- und Kreativwirtschaft gehören elf Teilmärkte bzw. -branchen. Bund und Länder haben sich dabei an der Definition der Enquete-Kommission "Kultur in Deutschland" orientiert. Zu den elf Teilmärkten bzw. -branchen zählen:

der Architekturmarkt, der Buchmarkt, die Designwirtschaft, die Filmwirtschaft, der Kunstmarkt, der Markt für darstellende Künste, die Musikwirtschaft, der Pressemarkt, die Rundfunkwirtschaft, die Software-/Games-Industrie, der Werbemarkt.

Der Kulturwirtschaftsbericht 2007 belegt durch die erstmalige gemeinsame Beauftragung durch MW und MWK, dass wir die Kultur- und Kreativwirtschaft als eine Querschnittsbranche begreifen, die zahlreiche Synergien mit anderen Branchen aufweist, aber auch ohne die vielfältigen Kooperationen mit dem öffentlich finanzierten Kultursektor nicht denkbar wäre.

Die zentralen Befunde dieses Kulturwirtschaftsberichtes sind:

- Die niedersächsische Kulturwirtschaft macht einen jährlichen Umsatz von rund 6 Mrd. €. Die Differenz zu den im Bericht des Jahres 2002 ermittelten 10 Mrd. € jährlichen Umsatzes erklärt sich aus dem Fehlen verschiedener Kategorien, die seinerzeit der Kulturwirtschaft im weiteren Sinne zugeordnet worden waren (Aktivitäten aus dem Druckgewerbe, der Handelsvermittlung und des Großhandels). Unter Anwendung des für den Kulturwirtschaftsberichts 2002 verwendeten Modells ist die Niedersächsische Kulturwirtschaft zwischen 1999 und 2005 sowohl hinsichtlich der Umsätze als auch hinsichtlich der Steuerpflichtigen sogar gewachsen. Für die Umsätze gilt dieses pauschale Ergebnis bei Betrachtung der einzelnen Teilmärkte allerdings nicht durchgängig, denn zwei der fünf unterschiedenen Teilmärkte, nämlich der Kunst- und der Musikmarkt, haben absolute Umsatzeinbußen zu verzeichnen.

- Im Vergleich zur bundesdeutschen Entwicklung schneidet Niedersachsen mit dieser Entwicklung für den genannten Zeitraum günstiger ab, da die Kulturwirtschaft bundesweit absolut an Bedeutung eingebüßt hat. Das bedeutet, dass die häufig vorgenommene generelle Klassifizierung der Kulturwirtschaft als Wachstumsbranche nur eingeschränkt zutrifft.

- Der Kulturwirtschaftsbericht 2007 belegt ebenso wie die Studie aus dem Jahr 2002, dass Niedersachsen im Vergleich zur bundesweiten Wirtschaftsstruktur nur unterdurchschnittlich auf die Kulturwirtschaft spezialisiert ist. Es ist wichtig darauf hinzuweisen, dass diese Feststellung zunächst nur andere wirtschaftliche Schwerpunktsetzungen der niedersächsischen Wirtschaft impliziert, nämlich vorrangig die Mobilitätswirtschaft, und auch nicht per se als Hinweis auf Handlungsbedarf oder Standortschwächen zu interpretieren ist. Darüber hinaus ist die empirisch belegte Bevorzugung kulturwirtschaftlicher Aktivitäten durch urbane Räume zu berücksichtigen.

- Für die Erwerbstätigkeit kann, die Methodik des Arbeitskreises Kulturstatistik zugrunde gelegt, von mindestens 62.000 Personen im niedersächsischen Kultursektor ausgegangen werden. Dies sind 1,9 % aller Erwerbstätigen in Niedersachsen, dem Bund liegt dieser Anteil bei 2,7 %. Auch wenn bei anderer Abgrenzung der Teilmärkte die Zahlen höher wären, bleibt der strukturelle Befund der unterdurchschnittlichen Spezialisierung Niedersachsens erhalten.

Für beide Ministerien leitete sich aus diesem Kulturwirtschaftsbericht, der schwerpunktmäßig die Musikwirtschaft betrachtete, vordringlich ein aktuelles Handlungsfeld ab, dem wir die vorrangige Aufmerksamkeit gewidmet haben:

Es hat sich die Notwendigkeit einer Intensivierung der Koordination, des Marketings und der Vernetzung von Musikveranstaltern, Musikveranstaltungen und Festivals herausgestellt. Hier wird es zukünftig verstärkt um Netzwerkbildungen gehen müssen sowie um effektivere Kooperationen, z. B. auch mit touristischen Marketingorganisationen. Gemeinsam setzen MW und MWK deshalb seit 2010 das Projekt „PartiTouren Niedersachsen" um (www.partitouren-niedersachsen.de) und vernetzen so Musikveranstalter, Künstler, Medien und Tourismuswirtschaft miteinander. Wir unterstützen dabei insbesondere solche Veranstalter, die neue, einzigartige Präsentationsformen für ein breiteres Publikum entwickeln. Wir erwarten uns im Ergebnis eine Qualitätssteigerung in Angebot, Mobilisierung und Prozessen. Das steigert die Attraktivität des Reiselandes Niedersachsen und eröffnet der Musikwirtschaft neue Marktchancen.

Ansprechpartner
Herr Werner Agsten, Tel. 0511/120-5543

Weitere Informationen

Zunehmend rückt Kultur auch als Wirtschaftsfaktor und Beschäftigungsmotor in das öffentliche Bewusstsein.

Downloads zum Thema

Kulturwirtschaft als Gegenstand der niedersächsischen Wirtschaftspolitik

Übersicht